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Die Rurtalbahn - Verbindung zwischen der Börde-Region und der Nordeifel


Die Rurtalbahn bietet mit ihren Regionalbahnlinien nach Jülich/Linnich sowie Untermaubach/Heimbach eine tägliche Verbindung zwischen der Börde-Region und der Nordeifel. Neben vielen Berufspendlern und Schülern wird die Rurtalbahn auch aus touristischer Sicht stark frequentiert. Verschiedenste touristische Ziele liegen nur unweit der Rurtalbahn und sind mit der Rurtalbahn leicht erreichbar.

Begonnen hat die Entwicklung der Eisenbahn mit der ersten Fahrt eines Zuges auf der Strecke Nürnberg - Fürth 1835. Eisenbahn und einsetzende Industrialisierung bedingten sich gegenseitig in ihrer raschen Entwicklung. Überall entstanden neue Eisenbahnnetze und Fabriken, durch die neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dieser Fortschritt machte auch vor Düren und dem Dürener Umfeld nicht halt. Gleich drei Bahnnetze erweiterten das Wegenetz im Kreis Düren zwischen 1892 bis 1908.

1893 ging die Dürener Dampfbahn AG (DDAG, später DEAG) in Betrieb, 1903 fuhr die erste Rurtalbahn von Düren nach Heimbach und 1908 kam die Dürener Kreisbahn (DKB), elektrisch und dampfbetrieben, hinzu.

Damals war die DKB ein reines Schienenverkehrsunternehmen mit Straßenbahn, regionalem Schienenbetrieb und Güterverkehr. Erst 1939 nahm die DKB den Busbetrieb auf und bereits 1969 übertrug die DEAG ihren Personennahverkehr auf die DKB. Dies alles führte jedoch zur Einstellung des

Straßenbahn- und regionalen Schienenbetrieb im Jahr 1968. In der Folge wurde auch der Schienengüterverkehr 1971 eingestellt. Somit wandelte sich die DKB ab 1971 zum reinen Busunternehmen.

Die Deutsche Bundesbahn (DB) betrieb in der Folge weiterhin die Strecken Jülich - Düren - Heimbach. Den Personenverkehr auf der Strecke Jülich - Linnich stellte die DB 1968 ein.

1970 - 2002

In den siebziger Jahren kamen immer wieder Gerüchte über die Stilllegung der gesamten Strecke zwischen Jülich und Heimbach auf.

Der Kreis Düren trat in zähe und lange Verhandlungen mit der Bahn, um die Stilllegung zu verhindern. Das Ergebnis war die erneute Übernahme der beiden Strecken durch die Dürener Kreisbahn im Juli 1992.
Zum ersten Mal in Deutschland übernahm eine Kommune eine Bundesbahnstrecke zur Einbindung in ein übergreifendes ÖPNV-Konzept. Dies war nur möglich, da sich neben der in Aussicht gestellten Landesförderung von 90%, die Regionalisierung und dadurch die pauschale Mitfinanzierung der Betriebskosten abzeichneten.
Zusammen mit den 59 km Schienennetz gingen 17 Stationen, 11 Schienenbusse, eine Kleinlokomotive sowie alle Grundstücke an die Dürener Kreisbahn.
Die Übernahme war perfekt, und am 23.05.1993 ging die erste Rurtalbahn unter der Flagge der DKB auf Jungfernfahrt.

 

Von da an ging es Schlag auf Schlag:
Zusammen mit der Fa. DUEWAG AG entwickelte die DKB ein neuartiges Fahrzeugkonzept. Nach Mittelbereitstellung durch den Landesverkehrsminister erfolgte 1993 die Bestellung von 17 Niederflurtriebwagen des Typs RegioSprinter, der seit 1995 das Bild der Rurtalbahn im gesamten Kreis Düren prägen.
Bereits 1997 zeigte das neuartige Konzept erste Erfolge. Die Fahrgastzahlen der Rurtalbahn stiegen, verglichen mit dem Betrieb durch die Deutsche Bundesbahn, um 500 %. Im Juni 2002 wurde die Strecke Jülich - Linnich für den Personenverkehr wieder in Betrieb genommen.

In der Zwischenzeit sanierte die DKB sämtliche Haltepunkte entlang der Strecke. Die gesamte Strecke wurde mit moderner Zugsicherungstechnik ausgestattet. Durch Anpassung der Gleislage erhöhten sich die Geschwindigkeiten auf der Strecke und führten somit zu erheblichen Fahrzeitverkürzungen.

Auf der Strecke Mönchengladbach - Dalheim übernahm die DKB im Unterauftrag der DB AG im Jahr 1998 die Fahrt. Aber nicht nur der Personenverkehr auf der Schiene nahm zu:
Seit 1996 wuchs der Güterverkehr zu einem zweiten Standbein der DKB heran. Zur Ausweitung des Güterverkehrs schaffte die DKB im Jahr 2000 zwei Güterzuglokomotiven an. 2002 übernahm sie zusätzlich 74 neuwertige Güterwagen in ihren Bestand.

2003

Bei der Geburtstagsfeier zum 10-jährigen Bestehen der Rurtalbahn im Mai 2003 blickte man nicht nur auf zehn Jahre Erfolgsgeschichte zurück, sondern bereits die nächste Umwandlung:
Am 26.11.2002 beschloß der Aufsichtsrat der DKB einen Anteil von 74,9% der Rurtalbahn an die R.A.T.H. GmbH zu veräußern. Mit 25,1% blieb der Kreis Düren jedoch an der Rurtalbahn GmbH beteiligt.

Die Rurtalbahn ist seither offiziel vom Busunternehmen DKB getrennt und unabhängig. Aus dem bisherigen Produkt Rurtalbahn wurde der jetzige Name des Unternehmens: Rurtalbahn GmbH.

Die stetige Expansion, durch die Dürener Kreisbahn begonnen, wird bei der Rurtalbahn GmbH in kontinuierlichem Tempo weiter fortgeführt:

2004

Der Heerlen-Heimbach-Express ist das Ergebnis einer gelungenen Kooperation zwischen dem Aachener Verkehrsverbund (AVV), der DB Regio sowie der Rurtalbahn. Ein durchgehender Zug von Heerlen bis Heimbach bringt unsere niederländischen Nachbarn in den Nationalpark Eifel. Testfahrten in 2003 hatten überwältigenden Erfolg, so dass seit 2004 von Ostern bis Oktober die Strecke regelmäßig an Sonn- und Feiertagen befahren wird.

Mit dem Spieleland Bubenheim wurde eine weitere Kooperation eingegangen. Das Spieleland liegt an der durch Güterverkehr regelmäßig genutzten Bördebahn von Düren bis Zülpich. Durch eine Anmeldung beim Spieleland bringen RegioSprinter der Rurtalbahn Schulklassen und andere Gruppen morgens vom Bahnhof Düren zum Spieleland und nachmittags wieder zurück.

Die Expansion des Unternehmens vollzieht sich anderen Unternehmensbereichen der Rurtalbahn adäquat. So ist die seit der Ausgliederung der Rurtalbahn aus der Dürener Kreisbahn 1998 in Betrieb genommene Werkstatt auch für Dritte geöffnet. Hier werden neben den RegioSprintern der Rurtalbahn bislang hauptsächlich die Busse der DKB gewartet und repariert. Doch immer mehr Fremdfirmen nehmen das Angebot der Werkstatt wahr.

2005

In ersten Jahren nach der Privatisierung nahm die Rurtalbahn darüber hinaus im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) an nationalen Ausschreibungen teil. So konnte eine der ersten Ausschreibungen im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mit dem neu gegründeten Unternehmen der VIAS GmbH, einer Kooperation zwischen der Rurtalbahn und der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, im Odenwald gewonnen und zum Fahrplanwechsel 2005/2006 in Betrieb genommen werden.

Auch der Güterverkehr entwickelte sich in den vergangenen Jahren positiv weiter: Täglich werden verschiedene Firmen in der Region durch die Rurtalbahn bedient. Die belieferte Fracht besteht hauptsächlich aus Kohle, Cellulose, Kalk, sowie Bleierz. Daneben werden jedoch auch Container befördert. Ein Teil dieser Verkehre läuft über die reaktivierte Strecke Düren - Zülpich - Euskirchen. Zudem fahren regional Güterzüge der Rurtalbahn im Wechselverkehr für die DB Cargo.

2006

Zur Weiterentwicklung des Güterverkehrs wurde aufgrund der strategischen Lage im Grenzgebiet des Dreiländerecks die Rurtalbahn Benelux B.V. als Eisenbahnverkehrsunternehmen und 100% Tochter der Rurtalbahn GmbH gegründet. Mit der Unternehmensneugründung war beabsichtigt im wachsenden internationalen Güterverkehrsmarkt Schritt zu halten.

2007

Seit 2007 ist die Rurtalbahn darüber hinaus im ganzen Bundesgebiet als Transportunternehmen tätig und tritt sogar international als Eisenbahnverkehrsunternehmen in Erscheinung. Neben dem regionalen Güterverkehr aus der Region werden nun auch neben Hamburg und Österreich vor allem die großen Seehäfen in den Niederlande sowie Belgien von der Rurtalbahn bedient. Zu diesem Zweck kooperiert die Rurtalbahn GmbH mit ihren Tochterunternehmen der Rurtalbahn Benelux B.V. in den Niederlanden sowie der TrainsporT AG in Belgien.

2008

Mit der 50% Beteiligung an der VIAS GmbH konnte die Rurtalbahn im Jahr 2008 einen weiteren Erfolg bei Ausschreibungen im Markt des Schienenpersonennahverkehrs erzielen. Erneut konnte nach der Odenwaldbahn eine Ausschreibung im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mit der sog. Rheingaulinie gewonnen werden. Die Rheingaulinie verbindet die Städte Koblenz über Wiesbaden mit Frankfurt entlang des rechten Rheins und war erstmalig eine gewonnene Ausschreibung im Marktsegment der elektrisch betriebenen Verkehre.

2010

Die Rurtalbahn erhält den Zuschlag vom Nahverkehr Rheinland für den Weiterbetrieb des Streckenabschnitts Düren - Heimbach bis 2024.

2011

Die Abteilung Cargo (Güterverkehr) wird aus der Rurtalbahn GmbH herausgelöst und als eigenes Unternehmen Rurtalbahn Cargo GmbH mit Sitz in Aachen ausgelagert.

Für den Streckenabschnitt Düren - Heimbach konnten mit der Vergabe des Betriebs bis 2024 neue Triebfahrzeuge angeschafft werden. So werden ab Ende des Jahres die derzeitigen Fahrzeuge Typ Regio Sprinter gegen moderne Triebfahrzeuge des Typs Regio Shuttle ausgetauscht. Die fünf neuen Regio Shuttle verfügen über Klimaanlage und Toilette und bieten darüber noch weitere Annehmlichkeiten zur Verbesserung der Servicequalität.